E-Commerce im Küchenschrank

E-Commerce ist in vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Kleider, Bücher, Elektronikartikel, aber auch Güter des täglichen Bedarfs werden regelmässig online bestellt. Und dies natürlich längst nicht mehr nur am PC oder auf dem Laptop, sondern je länger je lieber mittels Smartphone und Tablet. Auch Mobilgeräte sind aber meist noch ein umständlicher Umweg. Nachschub für die leere Zuckerdose oder das zur Neige gehende Toilettenpapier bestellen wir anno 2015 selten mal eben rasch online.

Dies könnte sich aber schon bald ändern. Unter anderen arbeitet Amazon schon seit einiger Zeit in die Richtung der starken E-Commerce-Integration in den Alltag.

Nachbestellen einfach gemacht: Kindle & Co.

Ein früher Schritt in diese Richtung war das Lesegerät Kindle. Der E-Book-Reader ermöglicht nicht nur, Bücher am Bildschirm zu lesen, sondern auch gleich, neuen Lesestoff zu bestellen. Amazon kann so einen grösseren Teil der Wertschöpfungskette für Bücher übernehmen. Kindle-Bücher müssen nicht gedruckt werden, sie brauchen kein Lager und keine Logistik.

amazon fire phone

Fire Phone – Bild: amazon.com

Ein weiterer Schritt war das – wenig erfolgreiche – Fire Phone, welches Musik, Filme, Adressen, aber auch alltägliche Produkte mittels Mikrofon oder Kamera ganz einfach erkennen sollte. Natürlich vor allem, damit man diese Produkte dann sofort bei Amazon bestellen kann.

Es folgten weitere Versuche aus dem Hause Amazon. Zum Beispiel die «Dash-Buttons». Dabei handelt es sich um sehr kleine Geräte mit genau einem Knopf. Drückt man diesen, wird das entsprechende Produkt direkt bestellt. Mit einem Dash-Button an der Waschmaschine kann das Waschpulver genau dann geordert werden, wenn es ausgegangen ist.

Mikrofon und Scanner statt App und Tastatur

amazon dash

Amazon Dash – Bild: amazon.com

Ebenfalls unter dem Namen «Dash» stellte Amazon ein kleines Gerät mit Mikrofon und Strichcode-Scanner vor. Damit kann – direkt vor dem Küchenschrank stehend – dem Gerät diktiert werden, was es in den Amazon-Warenkorb legen soll. Dies ohne Umschweife, es braucht kein Entsperren des Smartphones, kein Öffnen einer App, kein Login.

In eine etwas andere Richtung geht Amazon mit dem Lautsprecher namens «Echo». Dabei handelt es sich um einen kabellosen Lautsprecher, der ähnlich wir Siri, Google-Now oder Cortana auf Sprachbefehle hört. Auch hier passiert die Interaktion wieder direkt, ohne Zuhilfenahme eines Smartphones. Natürlich lassen sich auch damit die Amazon-Shoppinglisten füllen, bequem mittels Sprachbefehlen.

Werbevideo: Amazons Echo mit der Assistentin Alexa integriert sich ins Familienleben.

Der Reiz dieser Idee ist einfach zu verstehen. Amazon versucht so, die Konkurrenz komplett auszuschalten. Die Hürde, das Waschpulver dann doch bei einem anderen Online-Shop zu bestellen, wird massiv höher und der Weg in den lokalen Supermarkt wirkt unendlich viel weiter. Für die Kunden wird der E-Commerce-Prozess mit Amazon sehr effizient und er integriert sich nahtlos in den Alltag.

Der E-Commerce erobert neue Geräte

Ob die oben beschriebenen Amazon-Produkte je einen achtbaren Erfolg haben werden, muss sich noch zeigen. Aber sie geben heute schon Einblick in die Zukunft des E-Commerce, der sich auf weitere Gerätegattungen ausbreitet: auf spezielle Devices wie oben beschrieben, aber sicher auch auf die Wearables, die in den nächsten Monaten und Jahren noch entwickelt werden. Und am Ende wohl auch auf die Verpackungen der Produkte selber. Die Umwege über unhandliche Geräte und Apps werden weniger. Den E-Commerce-Betreibern stellen sich dann ganz neue Herausforderungen. Die Begriffe Usability und User Experience werden nicht mehr das Erlebnis beim Benutzen einer Website beschreiben, sondern die Qualität der Integration von Kaufprozessen in das Leben der Kunden. 

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