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SEO-Checkliste: Die 10 wichtigsten Punkte

Die zehn wichtigsten Punkte für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) zusammenzustellen, war eine Herausforderung. Welche Suchmaschinen sind wichtig? Was ist SEO überhaupt heute? Welche Massnahmen nützen am meisten? Unter allen empfehlenswerten Optimierungen fokussiert der Artikel auf zehn sorgfältig evaluierte Top-Favoriten. 

Folgende Kriterien waren hilfreich, um die Checkliste auf zehn Punkte einzudampfen:

  • menschlich – Optimierung für Besucher geht vor Optimierung für Maschinen,
  • einfach – umsetzbar direkt im Content Management System und ohne Agentur,
  • anerkannt – von führenden SEO-Experten empfohlen, in der Praxis bewährt,
  • langfristig – was heute verbessert wird, soll nachhaltig Nutzen bringen.
Google Suchmaske

Die beliebteste Suchmaschine Google steht im Zentrum der SEO-Checkliste.
(Hier das Doodle zum 127. Geburtstag der Künstlerin Sophie Täuber-Arp).

Für die Eröffnung des neuen Standorts unserer Agentur in Zürich am 20. Januar 2016 habe ich ein Kurzreferat (25 Min.) zum Thema Suchmaschinenoptimierung zusammengestellt. Diese SEO-Checkliste entstand als Dokumentation und Ergänzung zu diesem Vortrag. Details folgen, hier erst einmal der Überblick mit den zehn Punkten:

  1. Keyword-Recherche:
    Wonach sucht mein Publikum?
  2. Was biete ich auf meiner Website an?
    (Einzigartiger Inhalt für die Anliegen von 1.)
  3. Wie soll Google mein Angebot beschreiben?
  4. Seitentitel mit Keywords
  5. URL mit Keywords (möglichst weit vorne)
  6. Einladende Seitenbeschreibung
    (meta description, meta keywords)
  7. Keywords an den richtigen Stellen im Text:
    Titel, Untertitel, Bestätigung im Lauftext
  8. Links zu weiter führenden Informationen
  9. Angebot für Menschen aktuell beschreiben
  10. Zur gewünschten Handlung auffordern

 

Aus Erfahrung …

In den folgenden Abschnitten sind zu jedem Punkt der Checkliste einige Überlegungen und die wichtigsten Links festgehalten. Sie können diese selbständig durcharbeiten und so Ihre Website ein gutes Stück voranbringen.

In unseren Beratungen rund um Websites stellen wir allerdings oft fest, dass es sehr schwierig ist, das eigene Angebot ohne jegliche Betriebsblindheit zu betrachten. Das ging uns mit unserer eigenen Firmenwebsite leider genauso – wir sind da weiterhin am Nachbessern und haben noch viel zu tun wir beobachten das systematisch und optimieren unsere Inhalte regelmässig [aktualisiert 24.2.2017]. Es kann darum ratsam sein, früher oder später im Optimierungsprozess für den «Blick von aussen» auf externe Fachleute zurückzugreifen. Früher hat den Vorteil, dass man nicht nochmals von vorne anfangen muss, wenn man denkt, dass man mit optimieren fertig sei. Später hat den Vorteil, dass die externen Kosten tiefer ausfallen, weil es effektiv nicht mehr so viel zu optimieren – und damit zu besprechen gibt. Ob Sie das brauchen und wann für Sie der richtige Zeitpunkt ist, überlegen Sie am besten, wenn Sie die ganze Checkliste gelesen, oder eben durchgearbeitet haben. Also los!

 

1. Keyword-Recherche: Wonach sucht mein Publikum?

Kennen Sie Ihre Zielgruppen, ihre Anliegen, Sorgen und Wünsche? Können Sie wie Ihre potenziellen Kunden denken, fühlen und Fragen stellen? Dann fangen Sie damit an. Suchen Sie bei Google mit einem Browser im Modus «Privat» oder «Inkognito», so dass die Suchergebnisse möglichst nicht durch Ihre bisherigen Suchgewohnheiten beeinflusst werden. Schreiben Sie die Keywords und die Keyword-Kombinationen auf. Listen und Tabellen sind dafür geeignet.

  • Achten Sie schon während der Suche auf die Vorschläge, die gleich unter dem Suchfeld angezeigt werden. Könnten Ihre Kunden diese verwenden?
  • Kontrollieren Sie die Ergebnisliste: Sind das Ihre Mitbewerber?
  • Unter den Resultaten zeigt Google ähnliche Suchbegriffe an – hat es hier treffende für Ihr Angebot dabei?
Keyword-Vorschlaege auf DuckDuckGo

Bei DuckDuckGo ist der private Modus Standard – diese Suchmaschine verfolgt Sie nicht.

Wenn es Ihr Zeitbudget erlaubt: Machen Sie das Gleiche auch mit anderen Suchmaschinen wie bing.com oder duckduckgo.com.

Keywords vergleichen mit Google Trends

Haben Sie zwei ähnliche Keywords gefunden und sind nicht sicher, welches davon häufiger gesucht wird? Mit Google Trends können Sie es oft herausfinden.

Google-Trends- Vergleich: content-marketing vs. suchmaschinenmarketing

Google Trends: Der Begriff «Suchmaschinenoptimierung» wird in der Schweiz seit 2010 immer seltener gesucht, «Content Marketing» dafür seit 2014 immer mehr.

 

2. Was biete ich auf meiner Website an?
(Einzigartiger Inhalt für die Anliegen von 1.)

Jetzt, wo Sie wissen, wonach Ihre Zielgruppen suchen, prüfen Sie Ihre Website. Haben Sie ein passendes Angebot? Ist es auf einer eigenen Seite beschrieben? Geht die Beschreibung auf die Fragen der potenziellen Kundschaft ein? Sind Ihre Antworten besser als jene der Mitbewerber? Ist für Besucher zu erkennen, was Ihre Firma besonders, anders, einzigartig macht? Machen Sie eine erste Website-Optimierung und stellen Sie das klar.

Beschreiben Sie Ihr Angebot so genau und so kundenfreundlich wie möglich. Verzichten Sie auf Werbesprache. Bauen Sie Vertrauen auf mit Praxisbeispielen, Referenzen und einfacher Kontaktaufnahme.

Damit entsprechen Sie automatisch einer der wichtigsten SEO-Regeln: Der Inhalt Ihrer Website soll einzigartig sein. Zudem erhalten Sie mit genauen Informationen wohl auch die nötige Länge. Damit Suchmaschinen Ihre Seite als relevant einordnen können, sollte sie mindestens 200, besser 300 Wörter und mehr enthalten. Niemals sollten Sie Inhalte von anderen kopieren – nicht aus dem Katalog Ihres Lieferpartners, nicht von einem Mitbewerber und auch nicht von Wikipedia.

 

3. Wie soll Google mein Angebot beschreiben?

Ein Suchresultat bei Google besteht meist aus Titel, URL und Beschreibung. Nehmen Sie sich die wichtigsten Seiten Ihres Webangebots vor. Texten Sie das Suchresultat für jede Seite neu mit dem Wissen aus den Schritten 1 und 2.

Suchergebnis: Ferienwohnung & Ferienhaus Sardinien von FeWo-direkt.de (Buchen Sie bei Deutschlands Nr. 1 ...

Google-Suchresultat mit Titel, grüner URL und zweizeiliger Beschreibung.

  • Titel: Beschreiben Sie das Angebot mit den wichtigsten Suchstichworten in 60 bis 65 Zeichen (inkl. Leerschläge).
  • URL: Verwenden Sie die allerwichtigsten Keywords möglichst weit vorne.
  • Beschreibung: Texten Sie in rund 150 Zeichen so, dass man Lust bekommt, Ihre Seite zu besuchen.

«In der Kürze liegt die Würze» sagt das geflügelte Wort, und Sie werden es merken, dies ist keine leichte Aufgabe! Die leichteren Aufgaben kommen gleich, halten Sie durch. Seien Sie nicht zu schnell zufrieden. Sicher gibt es noch eine kürzere Variante, die mehr über Ihr Angebot erzählt, weniger Werbeblabla enthält oder bessere Gründe zum Klicken liefert. Kämpfen Sie für diese bessere Variante, es lohnt sich!

Mit den nächsten drei Schritten versorgen wir Ihre Texte an den richtigen Stellen im Content Management System (CMS), so dass Google sie in Ihr Wunschresultat umsetzen kann.

 

4. Seitentitel mit Keywords

Jetzt wird es einfach: Im CMS erfassen Sie den optimierten Titel mit den allerwichtigsten Keywords im dafür vorgesehenen Feld Seitentitel bei den Seiten-Eigenschaften. Es kann gut sein, dass Ihr CMS vor oder hinter Ihrem Text automatisch noch etwas einfügt, den Firmennamen zum Beispiel.

Erfassungsmaske für Seitentitel in TYPO3 CMS

Im CMS gibt es ein Feld für den Seitentitel und darunter ein zweites für einen (kürzeren) Text für die Navigation. – Hier TYPO3 CMS und Texte für diese Seite.

 

5. URL mit Keywords (möglichst weit vorne)

Vielleicht nicht ganz so einfach ist es, dem CMS die gewünschte URL beizubringen – allenfalls ist hier etwas Kreativität oder auch Kompromissbereitschaft erforderlich, denn viele CMS haben da so ihre Eigenarten. Im Prinzip ist auch hier erwünscht, dass die Keywords möglichst weit vorne in der URL stehen. Vorne gilt sowohl für die absolute Anzahl Zeichen wie auch für die Anzahl der Schrägstriche /, die für Maschinen stets eine tiefere hierarchische Ebene darstellen.

Nach dem Domainnamen (firma.com) gibt es aber oft Bestandteile der URL, die Redakteure nicht ändern können, weil das Content Management System sie braucht. Dazu gehören Sprachcodes (/de) oder Datumsangaben wie im folgenden Bild zu sehen.

WordPress-Screenshot

WordPress erstellt aus dem Titel automatisch eine URL, Permalink oder auch SLUG genannt.

Auch übergeordnete Seiten (z.B. Rubriken) sind oft Bestandteil der URL und könnten mit Keywords optimiert werden. – Bevor Sie diese umbenennen, berücksichtigen Sie bitte die übrigen Inhalte der Rubrik, und dass diese bei einer Änderung ebenfalls neue Adressen erhalten. Es kann Besucher wie auch Suchmaschinen verwirren, wenn gespeicherte Links plötzlich nicht mehr funktionieren.

 

6. Einladende Seitenbeschreibung
(meta description, meta keywords)

Am einfachsten ist es mit den Meta-Keywords: diese können Sie gleich wieder vergessen. Keine Suchmaschine beachtet diese im Quelltext verborgenen Stichworte. Es zählt nur noch, was die Besucher der Website auch irgendwo sehen können.

Die Beschreibung der Seite oder Meta-Description wird von Google für die beiden Beschreibungszeilen verwendet, sofern nichts treffenderes andernorts auf der Seite zu finden ist. Hier gilt es, Benutzer, die sich durch den Titel und die URL Ihrer Seite angesprochen fühlen, noch ganz zu überzeugen. Keywords können dabei helfen. Es gilt aber nicht, möglichst viele Stichworte unterzubringen, sondern mit einem leicht lesbaren Text Interesse zu wecken. Letztlich zählt für Google die Klickrate und nicht der Inhalt des Textes. Auf Spezialzeichen wie Sternchen, Pfeile und viele Ausrufezeichen sollten Sie wie auch bei den vorangehenden Texten verzichten.

Google-Suchresultat (wie oben, Ferienhaus Sardinien)

Ein letzter Check, bevor Sie die Seitenbeschreibung erfassen: Ist Ihr Text besser als jene der Mitbewerber? Vergleichen Sie auch mit den Besten aus anderen Branchen.

 

7. Keywords an den richtigen Stellen im Text:
Titel, Untertitel, Bestätigung im Lauftext

Die Stichworte, die Sie schon in Seitentitel und URL verwendet haben, gehören auch in den Text auf der Seite, also in den Inhalt. Wiederholen Sie hier die wichtigsten Keywords

  • im wichtigsten Titel (h1),
  • im Lauftext.

In Untertiteln (h2 und tiefer), Bildlegenden und allfälligen weiteren Textelementen können Sie die Keywords ebenfalls verwenden, gerne auch Synonyme. Übertreiben Sie es aber nicht, der Text sollte vor allem auch angenehm zu lesen sein.

Pyramiden in modern, Bucht von Aarhus, Dänemark

Stellen Sie sich eine Pyramide aus Begriffen vor, bei der die wichtigsten oben an der Spitze sind, die weniger wichtigen eine breite Basis bilden. So können Sie Ihre Seite aufbauen: wenige wichtige Keywords zuoberst, Varianten und thematisch nahe liegende Begriffe weiter unten.

Sorgen Sie für Abwechslung. Webseiten werden oft nur überflogen. An Elementen wie Listen, Hervorhebungen und Bildlegenden bleibt der Blick hängen. Mit dem Alt-Attribut können Sie kurz beschreiben, was auf einem Bild zu sehen ist, so dass Menschen und Maschinen, welche Bilder nicht sehen können, auch Informationen darüber erhalten.

 

8. Links zu weiter führenden Informationen

Eine Pyramide passt auch als Bild für die Link-Struktur, die für viele Websites empfehlenswert ist. Wenige Links von der Startseite zu den wichtigsten Unterseiten und dann in Stufen immer weiter hinunter in der Hierarchie, bis zum Fundament mit der Beschreibung aller Details.

Fassade mit Betonpfeilern, Bern

Für Websites mit unterschiedlichen Themen kann man sich ein von Säulen gestütztes Gebäude als Vorbild nehmen: Unter dem Dach der Startseite stehen einzelne Säulen, jede ist einem Thema gewidmet und hat keine Verbindung zu anderen Säulen. Erst ganz unten stellt das Fundament wieder eine Verbindung zwischen den Säulen her.

Verlinken Sie also bevorzugt weiter führende Seiten, die sehr nahe am Thema der jeweiligen Seite sind. Das gilt für interne und für externe Links. Und es gilt genauso für Links, die Dritte zu Ihren Seiten setzen.

 

9. Angebot für Menschen aktuell beschreiben

Einzigartig, interessant, unterhaltsam, … auf dem neuesten Stand. Suchmaschinen wollen Menschen zu tollen Seiten führen. Das wichtigste Prinzip bei allen SEO-Massnahmen ist darum dieses:

«Was für Menschen gut ist, muss auch Suchmaschinen gefallen.»

Es sind Menschen, die auf Ihrer Website aktiv werden, Produkte bestellen, ein Formular ausfüllen oder zum Telefon greifen und Sie anrufen, nicht Suchmaschinen.

Im Gegensatz zu einer Drucksache lässt sich eine Webseite jederzeit aktualisieren. Menschliche Besucher erwarten darum zu Recht, dass sie auf Informationen treffen, die up-to-date sind. Eine Ausnahme sind historisch relevante Beiträge. Bei solchen muss dafür das Publikationsdatum gut erkennbar sein, denn auch die Perspektive auf geschichtliche Ereignisse ändert sich im Verlauf der Zeit. Planen Sie jetzt die nächste Überarbeitung Ihrer Website ein, bei der Sie sicher stellen, dass alle Angaben aktuell sind. Am besten reservieren Sie gleich jetzt einen Tag im Kalender dafür.

Wenn begeisterte Besucher Ihre Website aktiv empfehlen, ist das enorm viel wert und kann auch eine Form von SEO sein. Denn Empfehlungen in Form von Links auf anderen Websites sind für SEO immer noch wertvoll, wenn auch nicht mehr gleich wichtig wie früher.

 

10. Zur gewünschten Handlung auffordern

Lesen ist anstrengend, denken noch anstrengender.
Internet-Anwender sind bequem, um nicht zu sagen faul.

Diese Aussage gilt für Sie natürlich nicht, denn Sie haben ja bis hierhin gelesen. Aber für die grosse Mehrheit stimmt sie. Machen Sie es Ihren Besucherinnen und Besuchern einfach: Sagen Sie ihnen, was sie als nächstes tun können (und sollen).

Verkehrsschild, Pfeil nach rechts mit LKW

Quelle: Wikipedia

Das wird die Suchmaschinen zwar nicht gross beeindrucken. Aber wenn Sie sich schon so viel Mühe mit Optimieren geben, dann wollen Sie ja auch etwas davon haben. Sie werden mehr von Ihrer Website haben, wenn Ihre Besucher nicht lange überlegen müssen.

Die Optimierung der Konversionsrate ist der letzte konsequente Schritt im Prozess der Such-Erfahrungs-Optimierung. Dafür steht heute SEO.

Fangen Sie gleich jetzt an! Zumindest mit der Planung Ihrer SEO-Aktivitäten. Oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf, damit wir Sie mit einem Website-Check oder bei der Umsetzung von SEO-Massnahmen unterstützen können.

Geschafft. Das war’s mit der Top-10-SEO-Checkliste. Viel Erfolg!

5 Kommentare zu “SEO-Checkliste: Die 10 wichtigsten Punkte

    • Nun, über den Punkt «kompakt» könnte man sicher auch anderer Ansicht sein. Aber ich habe schon versucht, das Wichtigste so ausführlich und verständlich wie möglich zu erklären. Danke für das Kompliment!

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