Internet

Was kostet eine Website wirklich?

Was kostet eine einfache Website? Was kostet ein E-Shop mit PIM-System? Was kostet eine Verbandswebsite? Was kostet eine Landingpage für eine Werbekampagne? – Die Berater unserer Webagentur sind fast täglich mit solchen Fragen konfrontiert. Auf der Basis ihrer  langjährigen Erfahrung soll Ihnen dieser Artikel helfen, Ihr Projekt oder Vorhaben einzuordnen. Auf die wichtigsten Kostenfaktoren für eine Website gehen wir ebenso ein wie auf die Verlässlichkeit von Offerten und auf Sparmöglichkeiten. Wichtige Fragen, denn die Kosten sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Webprojekt.

Drei Laptops, auf dem Bildschirm: Pistenfahrzeug, Lieferwagen, Velo

Was würden Sie sagen, wenn Sie jemand fragt, was man in der Schweiz so für ein Fahrzeug ausgeben muss? – Es kommt halt drauf an: Ein Occasions-Velo, ein Familienkombi und ein Pistenfahrzeug haben wenig gemeinsam, weder beim Preis noch beim Nutzen – und genauso ist es auch bei Websites. Nur nach den Kosten zu fragen, ist falsch; es gilt immer eine Kosten-Nutzen-Frage zu stellen.

Was braucht es für ein Webprojekt?

Einen Internetauftritt zu erneuern, gibt viel zu tun: Ziele vorgeben, Konzept erstellen, Ausschreibung durchführen, Agentur auswählen, Gestaltung definieren, Umsetzung steuern, Inhalte beschaffen und erfassen, alles durchtesten, Kunden informieren, Werbung schalten, Erfolgskontrolle, Optimierungsmassnahmen planen, … diese Aufgaben gibt es in jedem Webprojekt. Je nach Fähigkeiten und Verfügbarkeit von Mitarbeitenden kann ein Auftraggeber davon mehr oder weniger selber machen, dabei spricht man von internen Aufwänden. Alles andere kann in den Auftrag für eine Webagentur gepackt werden, hier spricht man dann von externen Kosten.

Halbe Kostenwahrheiten

Bei Webprojekten wird, wie auch bei anderen Aufgaben, oft nur die eine Seite der Kosten betrachtet: die externe. Auch Radio SRF vermittelte kürzlich leider den Eindruck, dass KMU-Websites fast gratis zu haben seien. Gerade bei vermeintlich einfachen Webprojekten für KMU oder kleine Verbände ist das aber nicht einmal die halbe Wahrheit. Natürlich kann man auch mit dem Occasions-Velo nach Paris radeln. Aufgrund der benötigten Zeit und des Pannenrisikos ist es für Geschäftsreisende aber sicher nicht das wirtschaftlichste Verkehrsmittel.

Wer eine Vollkostenrechnung macht, zählt im Budget interne und externe Aufwände zusammen. So kommt man schnell auf 30 000 Franken für eine einfache Website oder eine halbe Million für einen E-Shop – wobei die internen Aufwände praktisch immer grösser sind als die externen.

Ist das nicht viel zu teuer? Nein: Eine Website ermöglicht es der ganzen Welt, Ihre Informationen dann zu finden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Im E-Shop können bestehende und neue Kunden Ihre Angebote kaufen. Was würde es kosten, eine Broschüre oder eine Zeitungsanzeige nur schon in der ganzen Schweiz zu verbreiten? Was kostet ein (zusätzliches) Verkaufslokal mit Verkaufspersonal? Was kostet ein Aussendienstmitarbeiter mit Geschäftsauto? Wenn man die Wirkung berücksichtigt, ist eine professionelle Website das Geld allemal wert. Ein unprofessioneller Auftritt dagegen schadet in der Regel mehr als er nützt und ist darum auch einen bescheinden Betrag nicht wert.

Kostenfaktoren in jedem Webprojekt

Viele Arbeiten können Auftraggeber selber übernehmen, wenn Sie in Kommunikation und Marketing über entsprechend qualifizierte und erfahrene Leute verfügen. Zu den Aufgaben, die intern ausgeführt werden können, gehören:

  • Analyse, Beratung
  • Konzept und Pflichtenheft erstellen
  • Webdesign (Corporate Design)
  • Inhalte redigieren, neue Texte schreiben, Übersetzungen
  • Bilder beschaffen (Bildrechte)
  • Anwenderschulung und -support
  • Inhalte erfassen (bzw. importieren)
  • Marketing-Massnahmen

Auch in grossen Organisationen sind kaum je genügend qualifizierte Ressourcen frei, um eine Website intern zu entwickeln. Für den Entwicklungsaufwand und, davon abhängig, den Aufwand für das Testing und die Qualitätssicherung sind massgeblich:

  • Zielsetzungen
  • Art der Website, Funktionalität
  • Benötigte Systeme, evtl. Schnittstellen

Nach der Konzeption und der Entwicklung fallen Kosten für Betrieb und Weiterentwicklung an, auch hierfür sieht man oft viel zu tief angesetzte Budgetzahlen. Vergessen gehen oft:

  • Erfolgskontrolle
  • Aktualisierung
  • Optimierung
  • Ausbauschritte

Im nächsten Abschnitt zeigen wir Ihnen die Bandbreiten auf, in denen sich diese Initialkosten bei Webprojekten üblicherweise bewegen.

Kostengrössen

Achtung: Der Totalbetrag in den unten stehenden Tabellen umfasst die Vollkostenrechnung mit internen Aufwänden und externen Kosten für die Erstellung und z.T. auch die Vermarktung von Websites. Es handelt sich somit nicht um Preise von Stämpfli Internet, sondern um geschätzte Grössen basierend auf unserer langjährigen Praxis im Schweizer Markt. Eine detaillierte Zusammenstellung der enthaltenen Positionen ist auf Anfrage beim Autor erhältlich. Alle Angaben sind Richtwerte in Schweizer Franken.

Kosten für eine kleine Website

Ganz kleine Websites oder Blogs lassen sich auch mit komplett standardisierten Homepage-Baukästen erstellen. Dazu braucht es gar keine Agentur, aber das Resultat entspricht dann meist auch der Fahrzeugkategorie Velo. Mit externer Unterstützung sieht die Situation so aus:

Kleine Website Kosten ab Kosten bis
interne Kosten ca. 17’500.– 120’000.–
externe Kosten ca. 16’000.– 45’000.–
Total 33’500.– 165’000.–

Kosten mittlere Website bis Portal

Höhere Komplexität und individuellere Lösungen erfordern ein Gesamtbudget in der Grössenordnung eines gut ausgestatteten Tesla Model S oder mehr.

Mittlere Website/Portal Kosten ab Kosten bis
interne Kosten ca. 65’000.– 379’000.–
externe Kosten ca.  55’000.–  220’000.–
Total 130’000.– 599’000.–

Kosten für einen Online-Shop

Beim E-Shop gilt das gleiche wie bei den Websites: Für ganz kleine Sortimente reicht ein Standard-Baukasten oder eine kleinere Erweiterung zum CMS. In der Tabelle berücksichtigen wir individuelle Lösungen für grössere Sortimente – inklusive allfällige Schnittstellen zu ERP und PIM.

Online-Shop Kosten ab Kosten bis
interne Kosten ca. 65’000.– 345’000.–
externe Kosten ca. 75’000.– 275’000.–
Total 140’000.– 620’000.–

Checks für individuelle Bedürfnisermittlung

Eine aussagekräftige Bandbreite für Ihr spezifisches Projekt ermitteln wir gerne gemeinsam mit Ihnen im Rahmen eines Checks. Dafür bewähren sich unsere Standardangebote, die wir gerne an individuelle Bedürfnisse anpassen:

Webofferten vergleichen – Reserve im Budget einplanen?

Offerten vergleichen ist sehr anspruchsvoll, selbst wenn ein präzises und zielorientiertes Pflichtenheft vorliegt. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt ist es praktisch unmöglich.
Kostentreue: Wenn von Anfang an realistisch kalkuliert wurde, wird es kaum Mehrkosten geben. Anbieter, die dank einem tiefen Preis das Rennen machen, müssen später jede kleinste Anpassung knallhart verrechnen.
Reserve: Wir empfehlen, wie bei einem Hausbau ca. 10 Prozent für Unvorhergesehenes zu budgetieren. Kleine Zusatzwünsche tauchen oft noch während dem Projekt auf.
Das Wichtigste bei der Partnerwahl: Letztlich sollte sich der Auftraggeber für eine Agentur entscheiden, der man vertrauen kann.

Geld sparen im Webprojekt

Es geht immer günstiger! Neben Eigenleistungen – die ja bei ehrlicher Betrachtung auch nicht gratis sind – stehen bei Webprojekten zwei Begriffe im Vordergrund: Standards und Verzicht. Verhandeln kann man natürlich auch. Aber bitte mit Augenmass, denn wenn die Webagentur unter extremem Kosten- und/oder Zeitdruck steht, tut das dem Ergebnis nicht unbedingt gut.

Standardsystem, Standard-Design, Standard-Modul, …

Standardsysteme werden immer besser, für viele Ansprüche sind sie heute gut genug. Das ist der Grund, warum Stämpfli Internet auf die bewährten Opens-Source-Standards TYPO3 und Magento setzt. Erweiterungen dazu entwickeln wir als wiederverwendbare Standard-Module. Wählen Sie wo immer möglich bewährte Standardlösungen. Das verringert nicht nur die Investitionskosten, sonder auch die Wartungskosten. Standard-Design? Website-Benutzer orientieren sich ebenfalls an bewährten Standards, sie wollen lieber rasch ans Ziel kommen, als mit modischen Tricks unterhalten werden. Gerade beim Webdesign lohnt es sich aber schon, auch in die Markenidentität zu investieren.

Verzicht auf Funktionalität – aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Wenn es möglich ist, den Startumfang schlank zu halten, lässt sich ein Webprojekt in einem überschaubaren Zeitraum effizient durchziehen. Später können Ausbau und Optimierung dann in Etappen erfolgen – basierend auf Erfahrungen statt aufgrund von Annahmen und Vermutungen. Das spart nicht nur Kosten, sondern hilft auch, das verfügbare Budget sehr zielgerichtet einzusetzen. Starten Sie mit dem Minimum, das erforderlich ist, um Besucherinnen zu begeistern, und sparen Sie nicht bei Marketing und Erfolgskontrolle.

Verzichten im Prozess – kürzer ist billiger

Machen Sie fertig: Rasch entscheiden, konsequent handeln. Halten Sie sich an Terminpläne, setzen Sie kompetente Mitarbeitende für die Projektleitung ein und geben sie diesen die nötigen Vollmachten und genügend Zeit während der gesamten Projektdauer. So sichern Sie ausgereifte Inhalte und durchdachte Entscheide. Teure Korrekturen werden vermieden. Nicht kritische Fehler kann man auch später noch korrigieren. Optimierungswünsche übermitteln Sie am besten regelmässig und gesammelt.

«Verzichten Sie auf die Ausschreibung!»

Das ist ein total ernst gemeintes Angebot: Ersparen Sie sich selbst, uns und der ganzen Branche viel Arbeit, die Ihr Projekt nicht voranbringt. Ganz einfach dadurch, dass Sie auf eine aufwändige Ausschreibung verzichten und direkt die Webagentur Ihres Vertrauens beauftragen. Statt dass wir uns an Ihrem Wettbewerb beteiligen, möchten wir Sie lieber erfolgreicher machen. Sie erhalten zwei Tage Beratung, Schulung oder Optimierung kostenlos, falls Ihr Projekt eine Grössenordnung ab 25’000 Franken hat.

Wow, Sie haben jetzt weit über 1000 Wörter gelesen und entsprechend viel Zeit investiert – vielen Dank dafür! Da Sie nun hoffentlich wissen, ob das Budget Ihres Webprojekts eher mit einem Motorrad, einem Sportcoupé oder einem Pistenfahrzeug zu vergleichen ist, sind Sie gut vorbereitet, um mit einem unserer Berater Kontakt aufzunehmen und herauszufinden, ob Stämpfli Internet die Agentur Ihres Vertrauens ist.

Und falls Ihnen dieser Artikel die Augen geöffnet, Sie überrascht oder fasziniert hat, freuen wir uns über Kommentare und Weiterempfehlungen!

Ein Kommentar zu “Was kostet eine Website wirklich?

  1. Jetzt bin ich gerade noch über eine Schätzung der Europäischen Union gestolpert, auf der recht interessanten Seite des EU-Internet-Handbuchs mit Hilfsmitteln: http://ec.europa.eu/ipg/plan/planning_templates/index_en.htm – hier findet sich eine Aufwandsübersicht «Example of the resources needed for the creation of a small site». Zählt man da grob zusammen, landet man rasch bei 30 bis 40 Personentagen, bei diversen nicht bezifferten Unbekannten. Rechne! Link: http://ec.europa.eu/ipg/plan/creation_site/resources/resources_definition_en.pdf

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s