Produktion

«Content first» für die Marginalie

Seit Kurzem wird die Marginalie, unsere Hauszeitschrift, mit der neuen EditorBox produziert. Jacqueline Preisig, Redaktorin Marginalie, gibt einen Einblick in die neuen Abläufe.

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Bis vor Kurzem arbeitete ich als Redaktorin nach dem Prinzip «Print first». Ich stellte Texte in die EditorBox, legte passende Bilder dazu, ein Polygraf layoutete daraus die Marginalie. Das war bequem, der Ablauf eingespielt. Doch immer wenn es bequem wird, kommt etwas Neues.

Mit der neuen EditorBox wird nach dem Multi-Channel-Konzept gearbeitet. Hier lautet das Motto «Content first». Sämtliche redaktionellen Inhalte können jetzt in der EditorBox im Multi-Channel-Editor bereitgestellt werden. Das sind natürlich zunächst einmal die Texte. Dazu kommen Bilder sowie weiteres Material, etwa Videos. Was im Einzelnen wie auf welchen Kanälen publiziert werden soll, muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestimmt werden. Hauptsache, die Inhalte stehen bereit, und zwar für jeden beliebigen Kanal.

Das Prinzip «Content first» hat den grossen Vorteil, dass Inhalte nur einmal bereitgestellt und aufbereitet werden müssen, auch wenn sie danach in verschiedenen Kanälen ausgespielt werden. Ob Print, Web, App – alle Kanäle bedienen sich aus demselben «Topf», der nur einmal gefüllt werden muss.

Da ich wie die meisten Printredaktoren in erster Linie für das Printprodukt denke, musste ich mich erst mit der neuen Idee anfreunden. Was sollte mir denn das bringen? Doch die Frage war falsch gestellt. Nicht mir sollte die neue Technik etwas bringen, sondern dem Produkt, in meinem Fall der Marginalie. Nun, man soll sich ja Neuerungen nicht verschliessen, sondern sich offen zeigen. Also liess ich mich darauf ein.

Etwas Mehraufwand zu Beginn

Zunächst einmal musste ich mir einen neuen Arbeitsablauf zurechtlegen – mit Auswirkungen auf den Terminplan. Bis anhin waren die Texte erst im fertigen Layout Korrektur gelesen worden. Wollte ich jetzt in allen Kanälen fehlerfreie Texte publizieren, mussten diese ab sofort vor oder spätestens im Multi-Channel-Editor korrigiert werden. Kein Problem, wenn man daran denkt und sich rechtzeitig darauf einstellt.

Dass das Arbeiten mit dem Multi-Channel-Editor nicht ganz gleich funktioniert wie mit dem Print-Editor, irritierte natürlich im ersten Moment – wie immer, wenn man mit etwas Neuem am Bildschirm konfrontiert wird. In dieser Beziehung geht es mir wohl wie den meisten Redaktoren. Man hat so seine Routinen und Gewohnheiten. Natürlich war ich zu Beginn etwas langsamer, aber glücklicherweise war das meiste intuitiv zu erfassen, sodass das keine grösseren Probleme bot.

Mehrwert online …

Der ganz grosse Vorteil des «Content first»-Konzepts mit der EditorBox ist der mögliche Einbezug des Moduls EditorBox web. Damit wird die Marginalie nun auch als Magazinwebsite publiziert, das heisst, die einzelnen Artikel der Marginalie können nicht nur als Print oder als PDF, sondern auch auf der Website gelesen werden.

Auf dieser Website können Texte, die für die Printversion zu lang sind, in voller Länge erscheinen. Man kennt das ja: Man erhält einen Artikel, der aber einiges länger ist, als abgemacht war. Wie schade, wenn man dann einen guten Text auf die Printlänge kürzen muss. Jetzt kann wenigstens online der ganze Artikel erscheinen.

Auch überzähliges Bildmaterial, das im Print aus Platzgründen weggelassen werden muss, findet online doch noch Verwendung. Mittels Verlinkungen können zudem vertiefende Texte oder anderes Material, zum Beispiel Videos zum Thema oder Ähnliches, bereitgestellt werden. Damit bietet die Webversion einen echten Mehrwert gegenüber der Printversion. Denkbar ist auch, in der Printversion zu gewissen Themen nur kurze Teasertexte zu platzieren, die zu ausführlicherem Material in der Online-Ausgabe führen. Der Möglichkeiten sind viele, man muss sie nur nutzen.

… und im Print

Anders als in der alten Machart habe ich mit dem Multi-Channel-Editor die Möglichkeit, die Bilder zu den Artikeln zu gewichten, d.h., ich kann das Hauptbild platzieren, vielleicht ein weiteres weiter unten einfügen und noch weitere zur Verfügung stellen für den Fall, dass noch mehr Platz findet. Das Platzieren von Bildern, Stilelementen wie Textkästen und anderem geschieht mit wenigen Klicks und stellt absolut kein Problem dar.

Wenn das Layout erstellt ist, muss es natürlich genau kontrolliert und nachbearbeitet werden. Einzelne Texte werden vermutlich Übersatz aufweisen. Dann geht es darum, auf dem Layout die notwendigen Kürzungen zeilengenau vorzunehmen – im Wissen darum, dass der weggekürzte Text nicht verloren ist, sondern nur im Print nicht erscheint. Da keine Korrekturlesung mehr notwendig ist, darf die klassische Umbruchkontrolle nicht vergessen gehen, Layoutvorgaben, Umbruch, Stand der Bilder, korrekte Trennungen usw., auf all das sollte noch ein Auge geworfen werden.

Danach liegt das Gut zum Druck bereit – und zum Zeitpunkt der Erscheinung ist auch die Online-Version bereits aufgeschaltet. Viel Spass bei der Lektüre auf Ihrem bevorzugten Medium!

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